Herzlich willkommen
Liebe Glaubensgeschwister, liebe Leser,
was stellen Sie sich unter einem erfüllten Leben vor? Gesundheit, eine glückliche Familie, beruflichen Erfolg oder wundervolle Reisen? Ist es das, was Jesus unter einem „Leben in Fülle“ verspricht?
Jesus blieb unverheiratet, hatte keine Kinder, kein eigenes Haus. Er kannte Einsamkeit, Verrat und Spott und kam nie über die Grenzen seiner Heimat Israel hinaus. Er starb als noch junger Mann einen qualvollen Tod. Trotzdem rief er am Kreuz aus: „Es ist vollbracht!“ – ein Siegesruf, kein Ausdruck von Selbstmitleid.
Sein Leben auf der Erde war kurz, aber so reich und erfüllt, wie ein Leben nur sein kann. Wer die Evangelien liest, gewinnt nicht den Eindruck, dass ihm etwas gefehlt hätte. Im Gegenteil: Von ihm geht Leben aus – Liebe, Kraft, Freundlichkeit, Weisheit und Hoffnung. In seiner Nähe blühen Menschen auf. Sie werden gesund, frei, finden auf den rechten Weg zurück, erleben Versöhnung und entdecken den Sinn ihres Lebens.
Dabei werden sie nicht in eine heile Welt versetzt. Widrigkeiten, Herausforderungen und Enttäuschungen bleiben nicht aus. Jesus spricht in Johannes 10 von Gefahr und Bedrohung, von Dieben und Räubern, ja sogar von seinem eigenen Tod. Und doch ist dieses neue, ewige Leben ganz real, weil es darin besteht, ihn zu kennen, mit ihm verbunden zu sein und ihn zu erleben.
Jesus ist das Gegenteil der falschen Hirten und Verführer. Sie benutzen Menschen für ihre eigenen Zwecke. Jesus dagegen ist der gute Hirte. Er kennt jeden Einzelnen beim Namen. Für ihn sind wir keine Nummer. Er gibt sein Leben für seine Schafe und ist deshalb absolut vertrauenswürdig. Er liebt uns wie kein anderer und ist wirklich an unserem Wohl interessiert. Dieses Wohl reicht jedoch viel tiefer als alles, was wir besitzen, kaufen oder erreichen können. Es umfasst Vergebung, Frieden mit Gott, eine neue Identität und eine Hoffnung, die sogar über den Tod hinausreicht.
Das Leben in Fülle besteht nicht darin, alles zu haben, was wir uns wünschen. Es besteht darin, den zu kennen, der selbst die Quelle des Lebens ist. Darum gibt es erfülltes Leben – trotz vieler unerfüllter Wünsche. Denn wer Jesus hat, dem fehlt letztlich das Entscheidende nicht.
Ihr Pfarrer Toralf Walz